Neue Gemeinde...

…leitung in Marienhafe-Norden

Der 1. Advent wird hier in besonderer Erinnerung bleiben. Den heutigen Beginn des neuen Kirchenjahres erlebte die Gemeinde mit ihren zahlreichen Gästen in einem denkwürdigen Gottesdienst, den Apostel Dirk Schulz durchführte. Er ist der Leiter des den Kirchenbezirk Emden umfassenden Apostelbereiches, zu dem die Gemeinde Marienhafe-Norden gehört. Dem Gottesdienst legte er den Bibeltext des 23. Psalms, Vers 4, zugrunde: Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir.

Dieser eröffnete die Predigt zunächst mit dem schönen Bild, dass Menschen weltweit auf die in der Bibel niedergeschriebene Verheißung der Wiederkunft Jesu Christi warten. Dieses „Eigentliche“ im Advent, wie er das Warten auf den Herrn bezeichnete, gestalte jeder selbst. Trotz aller Vorbereitung darauf werden alle in jenem Moment sicher überrascht sein, sagte er.

Für viele Menschen stehe die Advents- und Weihnachtszeit für besondere Vorfreude, für andere sei es hingegen eine harte Zeit, in der das Alleinsein besonders schwer zu ertragen sei. Er setzte diese erlebte Schwere in einen direkten Bezug zu dem Bibelvers, wo von dem finsteren Tal die Rede ist. Er ermutigte alle Betroffenen mit der Zusage, dass der Herr immer mit uns allen ist und wünschte einem jeden Trost und Halt daraus. „Wir sind nicht alleine“, sagte er. „Das finstere Tal wird ein Ende haben.“ Er führte weiter aus, dass Jesus ein echter Hirte ist, der immer da sei, zuhöre wenn wir beten, uns vertrete und verteidige. Der Heiland sei uns auch in der Verkündigung des Wortes Gottes nahe, auch wenn dieses für uns nicht immer leicht verständlich ist. Entscheidend sei, „Gott in seinem Wort nachzufolgen, auch wenn es zunächst komisch klingt oder unverständlich ist“, erklärte er. Das Vertrauen werde von Gott belohnt. Er versicherte, dass Jesus der gute Hirte sei, der „Garant für dein ewiges Leben“. Er bat die Gemeinde, darauf zu vertrauen, dass niemand mächtiger ist als Gott und an ihm festzuhalten in dem Glauben an die baldige Wiederkunft des Sohnes Gottes. Daraus könne ein jeder Trost und Kraft ziehen, auch in sehr negativ empfundenen Situationen. „Die Hölle wird die Kirche Jesu Christi nicht überwinden.“

Er leitete die Feier des Heiligen Abendmahls mit der Bitte ein, dass jeder an seine eigene Vollendung denken und beim Herrn bleiben möge. „Er wird dich bei dieser Feier in seine Arme nehmen!“

Einen weiteren besonderen Moment erlebten die Gläubigen, als Priester Herbert Reents mit der Leitung der Gemeinde beauftragt wurde, nachdem Apostel Schulz den Priester Hans-Gerd Benders von dieser Aufgabe entlastet und diesen nebst einem Vorgänger, Priester Max Hass, in den Ruhestand versetzt hatte.

Dem neuen obersten Geistlichen für Marienhafe-Norden gab Schulz seine wichtigste bitte mit auf den Weg, Gott zu dienen und dem Nächsten wie sich selbst, um sich dann von der Wirksamkeit des Heiligen Geistes „überschütten“ zu lassen.

Den beiden Ruheständlern brachte der Kirchenpräsident wortreich seine Dankbarkeit und Anerkennung der Treue und jahrzehntelangen „Arbeit ohne Lohngedanken“ für Gott „aus Liebe zum Herrn“ zum Ausdruck.

Eine besondere Freude bereiteten Priester Benders dessen Glaubensgeschwister aus dem Bereich Bielefeld, denen er vor Jahren dort als Gemeindeleiter gedient hatte. Sie waren eigens zu dessen Ruhesetzung angereist, um diese miterleben, ihn überraschen und ihm ein Ständchen bringen zu können.