Abnehmen und Zunehmen

Apostel dient in Emden - Heilige Versiegelung - Zurruhesetzung - Ernennung für den Bezirk

Apostel Dirk Schulz feierte am 12.01.2020 den Gottesdienst für die Gemeinden Emden, Leer und Rhauderfehn in Emden. Er verwendete den Bibelvers aus  Johannes 3, Vers 30:

"Er muss wachsen, ich aber muss abnehmen."

Nachdem der Apostel den historischen Hintergrund kurz erläutert hatte, erklärte er, dass Johannes der Täufer mit diesem einen kurzen Satz bahnbrechend und angemessen das Verhältnis zu Jesus zum Ausdruck gebracht hat. Dieser hatte nämlich erkannt, dass Jesus mehr Gewicht zuteil werden musste als ihm.

Sodann verknüpfte er den Bibelvers mit dem Jahresmotto “Christus macht frei“ und verkündete seine Botschaft für das Jahr:

Christus führt uns in die Freiheit, und die Freiheit in Gott nimmt immer mehr zu. Dies geschieht auf einem Wege, der auf den ersten Blick paradox erscheint. Je mehr ich mich in Christus versinke, mit ihm verbunden bin, je mehr ich auf sein Wort und sein Gebot achte, je mehr ich mich daran binde, desto mehr werde ich befreit. Das ist ein Geheimnis“, erklärte er. Was sich nicht mit Jesus verträgt, soll abnehmen. Jesus hingegen soll in uns wachsen. Dies schilderte er auf drei Ebenen:

  • in mir
  • in der Gemeinde
  • in meinem Umfeld

Diese drei Ebenen bauen aufeinander auf, sagte er sinngemäß. Bevor man in der Gemeinde oder in seinem Umfeld aktiv werden kann, muss der erste Entwicklungsschritt gegangen sein. Sobald man selber sein Verhältnis zum Herrn anhand seiner Biografie überprüft und sichergestellt hat, dass Jesus in einem gewachsen ist, kann Kraft und Energie in die Gemeinde und in das persönliche Umfeld freigesetzt werden. Im Wachstum zeigt sich dann das Bedürfnis, Böses zu meiden und es wächst das Bewusstsein von der Gegenwart Gottes und der stärker werdende Wunsch nach der Wiederkunft Christi. Dies seien dann auch die Maßstäbe, woran man Wachstum erkennen und prüfen kann.

Auf der zweiten Ebene, in der Gemeinde, zeigt sich das Wachstum daran, wie man miteinander umgeht, nämlich in Liebe, Würde und Wertschätzung, auch dem anderen Geschlecht und Flüchtlingen gegenüber. „ Keiner hat mehr Rechte als der andere, Jesus ist für jeden gestorben“, sagte er. „Wir sind in unserer Art alle unterschiedlich, aber vor Gott in Christus sind wir alle gleich, alle gleich viel wert. Alle erhalten denselben Lohn.“

Das Wachstum auf der dritten Entwicklungsstufe, dem Umfeld, also da wo wir leben, zeigt sich unter anderem darin, dass man sich nicht für das Evangelium schämt. Es wird auch offenkundig in einer den Vorgaben Jesu entsprechenden Ausstrahlung, dem Verhalten und in der Art, wie man über Themen spricht und wie viel Sicherheit man ausstrahlt, weil man Gott als den versteht, der die Liebe ist.

Wachstum kommt, so erklärte der Apostel weiter, aus der Wirksamkeit des Heiligen Geistes. Alles andere muss weichen. Das Ergebnis ist dann die Freiheit, in die man hineingeführt wird, die Freiheit Christi. „Dann haben wir Sicherheit und schlafen ganz anders. Der Herr kommt bald, lassen wir uns nicht aufhalten“, bat er die Gläubigen. Er riet, nicht zu viel in die Vergangenheit zu schauen, sondern nach vorne.

In einem Predigtbeitrag von Priester Johannes Stöhr aus Hamburg wies dieser auf oftmals auftretende Wachstumsschmerzen bei Kindern hin. Mit der Hinnahme des Heiligen Abendmahls, so der Apostel später weiter, bekommen wir alles, was wir zum Wachstum brauchen. Er stellte noch einmal deutlich heraus, dass Jesus größer ist als die Sorge.

Im weiteren Verlauf des Gottesdienstes wurde die Heilige Versiegelung für einen Glaubensbruder aus Leer durchgeführt und der Diakon Stark aus der Gemeinde Emden wurde unter dem Ausdruck von viel Dankbarkeit des Apostels in den Ruhestand versetzt.

Eine Überraschung erlebten die Geschwister, als der Apostel den Hirten Prengel aus Rhauderfehn zum Bezirksvorstehervertreter für den Bezirksältesten Udo Eilts ernannte.